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Infotag Borderline 28.04 2018

„WEGE e.V. – Verein für Angehörige und Freunde psychisch erkrankter Menschen“ in Leipzig brachte am Samstag (28.04 2018) in Kooperation mit dem „Theater der Jungen Welt ein außergewöhnliches Veranstaltungsformat auf die Bühne. „Tanz der Gefühle oder Borderline?“ startete mit einem Ausschnitt aus dem Tanzprojekt „Dolores“, das kürzlich beim TdJW Premiere hatte.

Etwa 70 Menschen, die an diesem strahlenden Frühlingsmorgen im abgedunkelten Theaterraum Platz genommen hatten, wurden ganz unvermittelt von der ungeheuren Gefühlswucht, mit der sich Lukas Steltner durch seine innere chaotische Welt tanzte und boxte, getroffen. Lindan Ghandour, seine Partnerin, mit einer „Wahnsinnsstimme“ begabt, gestaltete einen musikalisch verfremdeten „Lindenbaum“ und erzeugte „Gänsehaut-Feeling“. Es war der perfekte Einstieg in´s Thema.

Sachlich gings dann weiter mit den Referaten. Hans Gunia. Psychologe und Psychotherapeut in eigener Praxis (Borderline-DBT- Netzwerk Darmstadt) sprach über die vielen Gesichter der „Borderline-Persönlichkeitsstörung“, verschiedene Therapieansätze, die Rolle von Familie, Freunden und Profis im Zusammenspiel mit den Betroffenen. Zur Auflockerung bat er (selbst begeisterter Tangotänzer) eine Zuhörerin für eine musikalisch-tänzerische Einlage auf die Bühne und machte kommunikative Interaktionen erlebbar. Anja Link, Sozialpädagogin und Mitbegründerin des Borderline-Trialoges in Nürnberg berührte das Publikum mit ihrer eigenen Geschichte. Sie konnte viel Hoffnung geben, dass man die Borderline- Störung“ bezwingen und Leben doch gelingen kann. Der Ansatz Borderline -Trialog, den sie ausführlich vorstellte, fand großes Echo.

Die Kombination aus Kunst und Referaten ergab insgesamt eine sehr lebendige Veranstaltung, in der besonders der Gedanke von Selbsthilfe im Mittelpunkt stand. „Das alles ist beim Publikum sehr gut angekommen, und wir danken besonders der „AOK Plus Sachsen, Thüringen“ mit deren freundlichen Unterstützung wir das Projekt „Borderline“ heute starten konnten“, betonte Frau Dr. med. Sonja Schubert, Geschäftsführerin des WEGE e.V. zum Schluss.

„Borderline“-Betroffene haben häufig Probleme, überhaupt einen geeigneten Therapieplatz zu finden und ihre Angehörige wissen einfach selbst noch viel zu wenig“. „WEGE“ plant deshalb für den Herbst, in Leipzig einen „Borderline – Trialog“ in´s Leben zu rufen. Betroffene Angehörige und Profis werden sich gemeinsam mit der Krankheit auseinandersetzen und ausgewählte Themen bearbeiten. Es ist auch angedacht, in Kooperation mit verschieden Psychotherapeuten, Räume bei „WEGE“ für die Durchführung sogenannter „Skills- Gruppen“ zur Verfügung zu stellen.

Wer beim „Borderlineprojekt der Selbsthilfe am WEGE e.V.“ mitmachen will oder eine Vernetzung in dieser Thematik für sinnvoll hält, wird gebeten, sich unter info@wege-ev.de oder unter 0341 9128317 zu melden.

Wir trauern

um die Gründerin und langjährige Vorstandsvorsitzende des WEGE e.V. , Frau Monika Schöpe,  die nach langer, sehr schwerer Erkrankung am 21.09.2017 im Kreise ihrer Familie zu Hause verstorben ist. Wir erinnern uns ihrer als einer starken Persönlichkeit , die mit viel Tatkraft und Einsatz und Durchsetzungsfähigkeit, den Verein maßgeblich geprägt hat und den Grundstein dafür legte, was „WEGE“ heute ausmacht.

Vorstand WEGE e.V.